الآخرة
Das Jenseits (Ahiret)
Der Glaube an das Jenseits (Al-Akhira) ist die fünfte Säule des Iman. Er gibt dem irdischen Leben Sinn und Orientierung und erinnert daran, dass jeder Mensch für seine Taten Rechenschaft ablegen wird.
Glaube an das Jenseits
Der Glaube an das Jenseits ist eine der sechs Säulen des Iman und damit unverzichtbarer Bestandteil des islamischen Glaubens. Ohne diesen Glauben ist der Iman eines Muslims unvollständig. Das irdische Leben wird im Islam als Prüfung verstanden — eine befristete Phase, in der der Mensch durch seine Taten, Absichten und seinen Glauben seine ewige Zukunft gestaltet.
Dieser Glaube verleiht dem Leben eine tiefe Bedeutung: Jede gute Tat, jedes Gebet, jede Geduld in schwierigen Zeiten hat einen ewigen Wert. Gleichzeitig mahnt er zur Verantwortung, denn nichts bleibt ohne Konsequenz. Der Quran betont immer wieder, dass das Diesseits vergänglich ist, während das Jenseits die wahre, dauerhafte Heimat darstellt.
الَّذِي خَلَقَ الْمَوْتَ وَالْحَيَاةَ لِيَبْلُوَكُمْ أَيُّكُمْ أَحْسَنُ عَمَلًا ۚ وَهُوَ الْعَزِيزُ الْغَفُورُ
Alladhī khalaqa l-mawta wa-l-ḥayāta liyabluwakum ayyukum aḥsanu ʿamalā. Wa huwa l-ʿazīzu l-ghafūr.
Er, der den Tod und das Leben erschaffen hat, um euch zu prüfen, wer von euch die besten Taten vollbringt. Und Er ist der Allmächtige, der Allvergebende.
Quran 67:2
Tod im Islam
Im Islam ist der Tod nicht das Ende, sondern ein Übergang vom vergänglichen Diesseits in die ewige Existenz. Er ist ein von Allah bestimmter Zeitpunkt, den niemand hinauszögern oder vorziehen kann. Der Engel des Todes (Azrail) ist beauftragt, die Seelen zu nehmen, wenn ihre Zeit gekommen ist.
Nach dem Tod folgen bestimmte Rituale, die die Würde des Verstorbenen wahren und die Gemeinschaft zusammenbringen: Die rituelle Ganzkörperwaschung (Ghusl) reinigt den Leichnam. Der Verstorbene wird in weiße Tücher (Kafan) gehüllt — ein Zeichen der Gleichheit aller Menschen vor Gott. Das Totengebet (Salat al-Dschanaza) wird von der Gemeinde verrichtet. Die Bestattung erfolgt möglichst schnell, idealerweise am selben oder nächsten Tag, und der Verstorbene wird in Richtung Qibla (Mekka) beigesetzt. Eine schnelle Bestattung ist Sunna des Propheten ﷺ.
Barzakh — Das Zwischenreich
Barzakh (arabisch: برزخ) bezeichnet die Zwischenwelt, in der sich die Seele zwischen dem Tod und der Auferstehung befindet. Es ist eine Phase des Wartens, aber auch der Konsequenz: Die Seele erfährt bereits einen Vorgeschmack auf das, was sie im Jenseits erwartet.
Nach der Bestattung kommen die Engel Munkar und Nakir und stellen dem Verstorbenen drei Fragen: Wer ist dein Herr? Was ist deine Religion? Wer ist dein Prophet? Die aufrichtigen Gläubigen werden diese Fragen mit Leichtigkeit beantworten können. Laut authentischen Hadithen wird das Grab für den Gläubigen zu einem Garten des Paradieses — weit, hell und friedlich. Für den Ungläubigen hingegen wird es eng und dunkel. Diese Phase dauert bis zum Tag der Auferstehung an.
Auferstehung und der Jüngste Tag
Der Tag der Auferstehung (Yawm al-Qiyama) ist der gewaltigste Tag, den die Schöpfung je erleben wird. Ihm gehen zahlreiche Zeichen voraus — kleine Zeichen wie der Verfall der Moral und große Zeichen wie das Erscheinen des Daddschal (Antichrist), die Rückkehr Jesu (Isa, Friede sei auf ihm) und das Erscheinen von Yadschu und Madschu.
Der Engel Israfil wird in die Posaune (Sur) blasen. Beim ersten Blasen wird alles Leben enden, beim zweiten werden alle Menschen aus ihren Gräbern auferstehen und vor Allah versammelt werden. Jeder Mensch — vom ersten bis zum letzten — wird nackt, barfuß und unbeschnitten auferstehen, wie er erschaffen wurde. Dieser Tag wird 50.000 Jahre dauern, doch für die Gläubigen wird er verkürzt.
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فَمَن يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ خَيْرًا يَرَهُ وَمَن يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ شَرًّا يَرَهُ
Fa man yaʿmal mithqāla dharratin khayran yarah. Wa man yaʿmal mithqāla dharratin sharran yarah.
Wer auch nur eines Stäubchens Gewicht an Gutem tut, wird es sehen. Und wer auch nur eines Stäubchens Gewicht an Bösem tut, wird es sehen.
Quran 99:7-8
Gericht, Paradies und Hölle
Am Tag des Gerichts werden die Taten jedes Menschen auf die Waage (Mizan) gelegt. Gute und schlechte Taten werden gewogen, und selbst die kleinste Handlung zählt. Jeder Mensch erhält sein Buch der Taten — die Glücklichen in die rechte Hand, die Unglücklichen in die linke oder hinter den Rücken.
Danach müssen alle über die Brücke (Sirat) gehen, die über die Hölle führt und dünner als ein Haar und schärfer als ein Schwert ist. Die Gläubigen werden sie passieren — manche schnell wie der Blitz, andere langsamer. Der Prophet Muhammad ﷺ wird Fürsprache (Schafaat) einlegen für seine Umma. Das Paradies (Dschanna) ist der Ort ewiger Glückseligkeit — Gärten, unter denen Flüsse fließen, Frieden und die Nähe zu Allah. Die Hölle (Dschahannam) ist der Ort der Strafe für diejenigen, die den Glauben verweigert und Unrecht getan haben.
كُلُّ نَفْسٍ ذَائِقَةُ الْمَوْتِ ۗ وَإِنَّمَا تُوَفَّوْنَ أُجُورَكُمْ يَوْمَ الْقِيَامَةِ ۖ فَمَن زُحْزِحَ عَنِ النَّارِ وَأُدْخِلَ الْجَنَّةَ فَقَدْ فَازَ
Kullu nafsin dhāʾiqatu l-mawt. Wa innamā tuwaffawna ujūrakum yawma l-qiyāma. Fa man zuḥziḥa ʿani n-nāri wa udkhila l-jannata fa qad fāz.
Jede Seele wird den Tod kosten. Und erst am Tag der Auferstehung werdet ihr euren vollen Lohn erhalten. Wer dem Feuer entrissen und ins Paradies eingelassen wird, der hat wahrlich gewonnen.
Quran 3:185
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