الصلاة
Das Gebet (Salah)
Das rituelle Gebet ist die wichtigste Säule des Islam nach dem Glaubensbekenntnis. Fünfmal am Tag wenden sich Muslime im Gebet an Gott.
Bedeutung des Gebets
Das Gebet (arabisch: الصلاة, Salah) ist die zweite Säule des Islam und die wichtigste tägliche Pflicht eines jeden Muslims. Es ist eine direkte Verbindung zwischen dem Gläubigen und Gott (Allah). Der Prophet Muhammad ﷺ sagte: „Das Gebet ist der Schlüssel zum Paradies.“ Im Gebet steht der Mensch vor seinem Schöpfer, lobt Ihn, dankt Ihm und bittet um Rechtleitung. Es ist ein Moment der inneren Einkehr, der Demut und der spirituellen Erneuerung.
إِنَّ الصَّلَاةَ تَنْهَىٰ عَنِ الْفَحْشَاءِ وَالْمُنكَرِ
Inna ṣ-ṣalāta tanhā ʿani l-faḥšāʾi wa-l-munkari
Wahrlich, das Gebet hält von Schändlichem und Verwerflichem ab.
Quran 29:45
Die fünf täglichen Gebete
Muslime beten fünfmal am Tag zu festgelegten Zeiten. Diese Zeiten richten sich nach dem Sonnenstand und variieren je nach Jahreszeit und Standort:
- •Fajr (الفجر) — Das Morgengebet: Zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenaufgang
- •Dhuhr (الظهر) — Das Mittagsgebet: Nach dem Höchststand der Sonne bis zum Nachmittag
- •Asr (العصر) — Das Nachmittagsgebet: Vom späten Nachmittag bis kurz vor Sonnenuntergang
- •Maghrib (المغرب) — Das Abendgebet: Direkt nach dem Sonnenuntergang
- •Isha (العشاء) — Das Nachtgebet: Nach dem Verschwinden der Abendröte bis Mitternacht
Die genauen Gebetszeiten für Kornwestheim finden Sie auf unserer Gebetszeiten-Seite.
Vorbereitung auf das Gebet
Vor dem Gebet sind einige Voraussetzungen zu erfüllen:
- •Rituelle Reinheit: Vor dem Gebet wird die rituelle Waschung (Wudu) vollzogen
- •Saubere Kleidung: Der Körper und die Kleidung müssen sauber sein
- •Gebetsrichtung (Qibla): Das Gebet wird in Richtung der Kaaba in Mekka verrichtet
- •Absicht (Niyya): Im Herzen die Absicht fassen, das jeweilige Gebet zu verrichten
- •Gebetsplatz: Ein sauberer Ort, oft wird ein Gebetsteppich verwendet
Gebetsablauf Schritt für Schritt
Jede Rakat (Gebetseinheit) folgt einem festen Ablauf. Die Anzahl der Rakats variiert je nach Gebet: Fajr (Morgen) hat 2, Dhuhr (Mittag), Asr (Nachmittag) und Isha (Nacht) haben je 4, und Maghrib (Abend) hat 3 Pflicht-Rakats.
Takbīr al-Iḥrām — Eröffnung
اللَّهُ أَكْبَر
Man steht aufrecht in Richtung Qibla. Männer heben die Hände bis zu den Ohren, Frauen bis zur Schulterhöhe. Mit den Worten „Allahu Akbar“ (Gott ist am größten) wird das Gebet eröffnet. Ab diesem Moment befindet man sich im sakralen Gebetszustand.
Subhānaka und Euzūbesmele
سُبْحَانَكَ اللَّهُمَّ
Nach dem Takbir faltet man die Hände: Männer legen die rechte Hand über die linke unterhalb des Nabels, Frauen auf Höhe der Brust. Man spricht leise das Eröffnungsgebet (Subhanaka): „Subhanaka Allahumma wa bihamdika wa tabarakasmuka wa ta’ala dschaduka wa la ilaha ghairuk.“ Anschließend sagt man „Euzu billahi minash-shaytanir-radschim, Bismillahir-rahmanir-rahim“ (Zufluchtnahme und Basmala). Das Subhanaka wird nur in der ersten Rakat gesprochen.
Qiyām — Stehen und Rezitation
الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ
Im Stehen wird die Sure Al-Fatiha rezitiert. Am Ende der Fatiha sagt man leise „Amin“. In den ersten beiden Rakats folgt eine weitere kurze Sure (Zamm-i Sure), z. B. Al-Ikhlas oder Al-Kawthar. In der dritten und vierten Rakat wird nur die Fatiha rezitiert.
Rukūʿ — Verbeugung
سُبْحَانَ رَبِّيَ الْعَظِيم
Man spricht „Allahu Akbar“ und verbeugt sich. Die Hände greifen die Knie, der Rücken ist gerade. Man spricht dreimal „Subhana Rabbiyal-Adhim“ (Gepriesen sei mein gewaltiger Herr).
Qawma — Aufrichten
سَمِعَ اللَّهُ لِمَنْ حَمِدَهُ
Man richtet sich aus der Verbeugung auf und spricht „Sami’Allahu liman hamidah“ (Gott erhört den, der Ihn preist). Im Stehen folgt „Rabbana lakal-hamd“ (Unser Herr, Dir gebührt alles Lob).
Erste Sujūd — Niederwerfung
سُبْحَانَ رَبِّيَ الْأَعْلَى
Mit „Allahu Akbar“ geht man in die Niederwerfung (Sujud). Stirn, Nase, beide Handflächen, beide Knie und alle Zehen berühren den Boden. Man spricht dreimal „Subhana Rabbiyal-A’la“ (Gepriesen sei mein höchster Herr).
Julūs und zweite Sujūd
رَبِّ اغْفِرْ لِي
Man richtet sich mit „Allahu Akbar“ zum Sitzen (Julūs) auf. Kurzes Verweilen, man bittet um Vergebung. Dann geht man mit „Allahu Akbar“ erneut in die Niederwerfung und spricht wieder dreimal „Subhana Rabbiyal-A’la“. Damit ist eine Rakat abgeschlossen.
Qa’da — Sitzen nach der 2. Rakat
التَّحِيَّاتُ لِلَّهِ
Nach der zweiten Rakat setzt man sich und spricht das Ettehiyyatu (Tashahud): „Et-tahiyyatu lillahi was-salawatu wat-tayyibat...“ Beim Schāhada-Satz hebt man den rechten Zeigefinger. Bei einem Zwei-Rakat-Gebet (z. B. Fajr) folgen danach Salavat (Segensgebete für den Propheten) und die Rabbena-Duas.
Weitere Rakats (3. und 4.)
بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ
Man steht mit „Allahu Akbar“ auf und betet die dritte und ggf. vierte Rakat. In diesen Rakats wird nur die Fatiha rezitiert (keine Zamm-i Sure). Nach der letzten Rakat setzt man sich zur letzten Qa’da: Ettehiyyatu, Salavat (Allahumma salli / Allahumma barik), danach die Duas „Rabbena atina“ und „Rabbanagh-firli“.
Taslīm — Friedensgruß
السَّلَامُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللَّهِ
Zum Abschluss wendet man den Kopf zuerst nach rechts und spricht „As-salamu alaikum wa rahmatullah“ (Friede sei mit euch und Gottes Barmherzigkeit), dann nach links mit denselben Worten. Damit ist das Gebet beendet.
Sure Al-Fatiha
Die Sure Al-Fatiha („Die Eröffnende“) ist die erste Sure des Quran und wird in jeder Rakat jedes Gebets rezitiert. Der Prophet ﷺ sagte: „Es gibt kein Gebet für denjenigen, der nicht die Eröffnung des Buches rezitiert.“ Nach der Fatiha sagt man leise „Amin“.
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بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ مَالِكِ يَوْمِ الدِّينِ إِيَّاكَ نَعْبُدُ وَإِيَّاكَ نَسْتَعِينُ اهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَقِيمَ صِرَاطَ الَّذِينَ أَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ وَلَا الضَّالِّينَ
Bismillahir-rahmanir-rahim. Al-hamdu lillahi rabbil-alamin. Ar-rahmanir-rahim. Maliki yawmid-din. Iyyaka na’budu wa iyyaka nasta’in. Ihdinas-siratal-mustaqim. Siratal-ladhina an’amta ’alayhim, ghayril-maghdubi ’alayhim wa lad-dallin.
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, dem Herrscher am Tag des Gerichts. Dir allein dienen wir, und Dich allein bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht derer, die Deinen Zorn erregt haben, und nicht der Irregehenden.
Quran 1:1–7
Wichtige Bittgebete im Gebet
Neben den festen Bestandteilen des Gebets gibt es wichtige Bittgebete (Duas), die an bestimmten Stellen im Gebet gesprochen werden:
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سُبْحَانَكَ اللَّهُمَّ وَبِحَمْدِكَ وَتَبَارَكَ اسْمُكَ وَتَعَالَى جَدُّكَ وَلَا إِلَهَ غَيْرُكَ
Subḥānaka Allāhumma wa biḥamdika wa tabārakasmuka wa taʿālā jadduka wa lā ilāha ghayruk
Nach dem Eröffnungs-Takbir in der ersten Rakat. „Gepriesen bist Du, o Allah, und gelobt. Gesegnet ist Dein Name, erhaben ist Deine Majestät, und es gibt keinen Gott außer Dir."
Subhanaka — Eröffnungsdua
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التَّحِيَّاتُ لِلَّهِ وَالصَّلَوَاتُ وَالطَّيِّبَاتُ، السَّلَامُ عَلَيْكَ أَيُّهَا النَّبِيُّ وَرَحْمَةُ اللَّهِ وَبَرَكَاتُهُ، السَّلَامُ عَلَيْنَا وَعَلَى عِبَادِ اللَّهِ الصَّالِحِينَ، أَشْهَدُ أَنْ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ وَأَشْهَدُ أَنَّ مُحَمَّدًا عَبْدُهُ وَرَسُولُهُ
At-taḥiyyātu lillāhi waṣ-ṣalawātu waṭ-ṭayyibāt, as-salāmu ʿalayka ayyuhan-nabiyyu wa raḥmatullāhi wa barakātuh, as-salāmu ʿalaynā wa ʿalā ʿibādillāhiṣ-ṣāliḥīn. Ashhadu an lā ilāha illallāh wa ashhadu anna Muḥammadan ʿabduhu wa rasūluh.
In jeder Qa'da (Sitzung). Grüße, Gebete und gute Worte gebühren Allah. Der Friede sei auf dem Propheten und auf uns und allen rechtschaffenen Dienern Allahs. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad ﷺ Sein Diener und Gesandter ist.
Ettehiyyatu — Tashahud
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اللَّهُمَّ صَلِّ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى آلِ مُحَمَّدٍ كَمَا صَلَّيْتَ عَلَى إِبْرَاهِيمَ وَعَلَى آلِ إِبْرَاهِيمَ إِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ
Allahumma salli ala Muhammadin wa ala ali Muhammad, kama sallayta ala Ibrahima wa ala ali Ibrahim, innaka hamidun majid.
In der letzten Qa’da nach dem Ettehiyyatu. „O Allah, segne Muhammad und die Familie Muhammads, wie Du Ibrahim und die Familie Ibrahims gesegnet hast. Du bist der Lobenswerte, der Ruhmreiche.“
Allahumma Salli
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اللَّهُمَّ بَارِكْ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى آلِ مُحَمَّدٍ كَمَا بَارَكْتَ عَلَى إِبْرَاهِيمَ وَعَلَى آلِ إِبْرَاهِيمَ إِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ
Allahumma barik ala Muhammadin wa ala ali Muhammad, kama barakta ala Ibrahima wa ala ali Ibrahim, innaka hamidun majid.
Direkt nach dem Salli gesprochen. „O Allah, gib Muhammad und der Familie Muhammads Segen, wie Du Ibrahim und der Familie Ibrahims Segen gegeben hast. Du bist der Lobenswerte, der Ruhmreiche.“
Allahumma Barik
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رَبَّنَا آتِنَا فِي الدُّنْيَا حَسَنَةً وَفِي الْآخِرَةِ حَسَنَةً وَقِنَا عَذَابَ النَّارِ
Rabbanā ātinā fid-dunyā ḥasanatan wa fil-ākhirati ḥasanatan wa qinā ʿadhāban-nār
„Unser Herr, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes und bewahre uns vor der Strafe des Feuers." (Quran 2:201)
Rabbena Atina — Bittgebet
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رَبَّنَا اغْفِرْ لِي وَلِوَالِدَيَّ وَلِلْمُؤْمِنِينَ يَوْمَ يَقُومُ الْحِسَابُ
Rabbanāghfir lī wa liwālidayya wa lil-muʾminīna yawma yaqūmul-ḥisāb
„Unser Herr, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen am Tag der Abrechnung." (Quran 14:41)
Rabbanagh-firli — Bittgebet
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اللَّهُمَّ إِنَّا نَسْتَعِينُكَ وَنَسْتَغْفِرُكَ وَنُؤْمِنُ بِكَ وَنَتَوَكَّلُ عَلَيْكَ وَنُثْنِي عَلَيْكَ الْخَيْرَ وَنَشْكُرُكَ وَلَا نَكْفُرُكَ وَنَخْلَعُ وَنَتْرُكُ مَنْ يَفْجُرُكَ، اللَّهُمَّ إِيَّاكَ نَعْبُدُ وَلَكَ نُصَلِّي وَنَسْجُدُ وَإِلَيْكَ نَسْعَى وَنَحْفِدُ وَنَرْجُو رَحْمَتَكَ وَنَخْشَى عَذَابَكَ إِنَّ عَذَابَكَ بِالْكُفَّارِ مُلْحِقٌ
Allahumma inna nasta’inuka wa nastaghfiruka wa nu’minu bika wa natawakkalu ’alayka wa nuthni ’alaykal-khayr, wa nashkuruka wa la nakfuruka wa nakhla’u wa natruku man yafjuruk. Allahumma iyyaka na’budu wa laka nusalli wa nasjudu wa ilayka nas’a wa nahfidu wa narju rahmataka wa nakhsha ’adhabaka inna ’adhabaka bil-kuffari mulhiq.
Im dritten Rakat des Witr-Gebets nach der Rezitation. „O Allah, wir bitten Dich um Hilfe und um Vergebung. Wir glauben an Dich und vertrauen auf Dich. Wir loben Dich mit allem Guten, wir danken Dir und verleugnen Dich nicht. Wir entledigen uns von jedem, der Dir gegenüber frevelhaft ist. O Allah, Dir allein dienen wir, zu Dir beten und werfen wir uns nieder. Zu Dir streben und eilen wir. Wir erhoffen Deine Barmherzigkeit und fürchten Deine Strafe. Wahrlich, Deine Strafe ereilt die Ungläubigen.“ Im Hanafi-Madhab ein fester Bestandteil (Vacip) des Witr.
Qunut — Witr-Gebet
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